Der Landkreis Unterallgäu ist Lebensraum für rund 135.000 Menschen, die sich auf insgesamt 52 Städte, Märkte und Gemeinden verteilen. Bei einer Gesamtfläche von 1.230 Quadratkilometern ergibt sich damit eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 110 Einwohnern pro km².
Nicht zuletzt aufgrund der stabilen mittelständischen Strukturen in Handwerk, Handel und Dienstleistungen bietet der Wirtschaftsraum ein reichhaltiges Angebot an Arbeitsplätzen. Mit einer durch- schnittlichen Arbeitslosenquote von saisonal zwischen 1,7 - 3,0 % herrscht im Landkreis Unterallgäu Vollbeschäftigung.
Die Wirtschaftsstruktur im Landkreis lässt sich sehr gut anhand der Verteilung der Beschäftigten darstellen. Geprägt wird diese im Wesentlichen durch das produzierende Gewerbe mit nahezu 20.000 Beschäftigten (52,62%) bzw. insgesamt 23.000 Erwerbstätigen (40,1%).
| Bereich | Zahl der Arbeitsstätten | Zahl der Beschäftigten |
|---|---|---|
| Gesamt | 5.731 | 37.834 |
| Land- & Forstwirtschaft* | 58 | 506 |
| Energie- & Wasserversorgung, Bergbau | 23 | 169 |
| Verarbeitendes Gewerbe | 1.142 | 14.798 |
| Baugewerbe | 485 | 5.112 |
| Handel | 1.360 | 6.340 |
| Verkehr & Nachrichtenübermittlung | 217 | 1.445 |
| Kreditinstitute & Versicherungsgewerbe | 315 | 733 |
| Dienstleistungen** | 1.697 | 1.740 |
| Organisationen ohne Erwerbszweck | 184 | 1.378 |
| Gebietskörperschaften & Sozialversicherungen | 250 | 5.613 |
* Gewerbebetriebe nach dem Steuerrecht
** soweit von Unternehmen und freien Berufen erbracht
Die Betriebsstruktur wird mit über 90% von den mittelständischen Kleinbetrieben (bis 19 Beschäftigte) dominiert, wobei hier wiederum Betriebe zwischen zwei bis vier Beschäftigten (43,12%) die stärkste Fraktion bilden. Betriebe mit über 20 Beschäftigten werden im Wesentlichen von den Wirtschaftsgruppen Holzbe- und -verarbeitung, Steine/Erden, Ernährungs- und Bekleidungsgewerbe dominiert. Die größten Arbeitgeber der Region sind vornehmlich im Maschinenbau, Ernährungsgewerbe und in der Elektrotechnik zu finden.
| Arbeitsstätten nach Anzahl der Beschäftigten | Beschäftigtenzahl absolut | Beschäftigtenzahl in Prozent |
|---|---|---|
| Gesamt | 5.731 | 100% |
| 1 Beschäftigter | 1.619 | 28,2% |
| 2-4 Beschäftigte | 2.339 | 40,8% |
| 5-9 Beschäftigte | 1.066 | 18,6% |
| 10-19 Beschäftigte | 401 | 7,0% |
| 20-49 Beschäftigte | 211 | 3,7% |
| 50-99 Beschäftigte | 54 | 1,0% |
| 100 und mehr Beschäftigte | 41 | 0,7% |
| Branche | Anzahl absolut* | in Prozent* |
|---|---|---|
| Land- & Forstwirtschaft, Fischerei | 4.000 | 7,0% |
| Produzierendes Gewerbe | 23.400 | 40,7% |
| Handel, Verkehr & Nachrichtenübermittlung | 12.800 | 22,3% |
| Sonstige Dienstleistungen | 17.300 | 30,0% |
| Gesamt | 57.500 | 100% |
Überragenden Anteil einer insgesamt günstigen Wirtschaftsentwicklung haben neben dem heimischen Handwerk vor allem die im Wirtschaftsraum ansässigen mittelständischen Industrieunternehmen. In beiden Branchen wurden in den letzten Jahren sichere, zukunftsorientierte und auch für Frauen geeignete Arbeitsplätze geschaffen.
Die insgesamt 115 Industriebetriebe (> 20 Beschäftigte) konnten im Jahr 2008 rd. 2,8 Mrd. Euro Gesamtumsatz erzielen (ein Umsatzplus von 5,1% gegenüber 2007), wobei davon wiederum etwa ein Drittel (983 Mio. €; 36,3%) im Ausland erwirtschaftet wurde. Der Unterallgäuer Anteil am gesamten Industriebesatz Schwabens betrug im Jahr 2007 rund 6,5%. Zu dieser Zeit waren in den genannten Betrieben 14.517 Personen beschäftigt.
Große Bedeutung besitzt auch das heimische Handwerk. Anfang 2010 existierten im Unterallgäu 2.212 Handwerks- und handwerksähnliche Betriebe, die ca. 9.600 Beschäftigten ein Einkommen boten und 914 Ausbildungsplätze zur Verfügung stellten. Im Jahr 2010 erzielten diese Betriebe einen Umsatz in Höhe von 994 Mio. Euro.
| Branche | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ausbaugewerbe | 686 | 704 | 726 | 745 | 747 | 786 |
| Baugewerbe | 320 | 331 | 315 | 319 | 323 | 338 |
| Handwerke für den gewerblichen Bedarf | 254 | 254 | 266 | 260 | 265 | 271 |
| Kraftfahrzeuggewerbe | 168 | 168 | 164 | 166 | 169 | 176 |
| Nahrungsmittelgewerbe | 141 | 137 | 135 | 134 | 132 | 128 |
| Gesundheitsgewerbe | 46 | 49 | 48 | 48 | 49 | 49 |
| personenbezogene Dienstleistungen* | 408 | 428 | 451 | 453 | 456 | 464 |
| Betriebe gesamt | 2023 | 2071 | 2105 | 2125 | 2141 | 2212 |
Im vergangenen Berufsberatungsjahres 2010/2011 meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Memmingen 2.262 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 45 weniger bei den Berufsberatern als noch im Vorjahr. Zugleich gab es 3.765 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 257.
Der Bereich Tourismus stellt mit einem etwa zehn-prozentigen Anteil an der gesamten Bruttowertschöpfung des Landkreises einen bedeutenden Baustein der Unterallgäuer Wirtschaft dar. Im Jahr 2010 floss dem Unterallgäu durch den Tourismus Kaufkraft in Höhe von 123,3 Mio. € zu (2009: 117 Mio. €). Mittel- oder unmittelbar sind rund ein Viertel der Arbeitsplätze von diesem Wirtschaftszweig abhängig.
Die jährlich über 1 Mio. Gästeübernachtungen konzentrieren sich im Wesentlichen auf die Kurzentren Bad Wörishofen, Bad Grönenbach und Ottobeuren sowie den staatlich anerkannten Erholungsort Babenhausen, die Orte im Illerwinkel und die Stadt Mindelheim. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 4,9 Tage (zum Vergleich Bayern: 2,9 Tage).
Alle Tourismusaktivitäten des Landkreises werden unter der Dachmarke Kneippland® Unterallgäu gebündelt und nach außen getragen.
Um den Landkreis Unterallgäu und die kreisfreie Stadt Memmingen zu stärken sowie insbesondere nach außen zu vermarkten und die Kommunen bei ihrer Standortwerbung um Unternehmen zu unterstützen, wurde 2007 die Standortbroschüre Memmingen-Unterallgäu aufgelegt. Diese kann hier als weiterführende Information über den Wirtschaftsraum heruntergeladen werden.
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