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Betriebliche Gesundheitsförderung

Arbeitsbelastung schränkt ein

Nicht nur im 19. Jahrhundert hatte die Arbeitsbelastung auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitreichende gesundheitliche Folgen, sondern auch heute. Aufgrund der technischen Entwicklung haben sich lediglich die Formen der Belastung verändert.

 

Waren damals zum Beispiel die körperliche Belastung durch einseitige Bewegungen am Fließband und die sich daraus ergebenden Erkrankungen das größte Problem, so plagen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heute eher Beschwerden psychischer Art oder durch dauerhaft sitzende Tätigkeiten.

Muskel- und Skeletterkrankungen sind laut einer Krankeitsartenstatistik des Bundesverbandes der Betrieblichen Krankenkassen seit längerem die Ursache für krankheitsbedingte Fehltage. Auch wenn bundesweit die Anzahl der Fehltage insgesamt zurückgegangen ist, so sind die durch die restlichen Tage bedingten Kosten enorm: Knapp 34 Milliarden Euro pro Jahr beträgt gegenwärtig die gesamte finanzielle Belastung, so die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Bei chronisch Kranken kommt hinzu, dass sie selbst bei Anwesenheit in der Regel weniger motiviert und nur eingeschränkt leistungsfähig sind.

 

Das Jahressteuergesetz 2009 sieht vor, Unternehmen Steuerfreistellungen von jährlich bis zu 500 Euro pro Beschäftigten zu gewähren, wenn sie durch geeignete Maßnahmen Verantwortung für die Gesundheit ihrer Beschäftigten übernehmen und diese sportlich fördern.

 

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Ist Ihr Unternehmen fit für die Zukunft? Neuer Potential-Check von "Gesunde Arbeit" gibt Auskunft. Nach nur wenigen Mausklicks wird erkennbar, ob in einem Unternehmen Handlungsbedarf beim betrieblichen Gesundheits- management besteht und wenn ja, in welchem Bereich.

 

Das Ziel: Work-Life-Balance

Viele Firmen in Deutschland haben dies inzwischen erkannt und handeln. Mit einem aktiven und flexiblen Gesundheitsmanagement kann im Unternehmen ein dauerhafter Erfolg gesichert werden. Im Mittelpunkt steht das Prinzip 'Work-Life-Balance'. Es geht darum, aus gesundheitlicher Sicht Arbeit und Lebensgestaltung miteinander vereinbar zu machen. Die Unternehmen investieren in Fitnessprogramme, die flexibel in den Arbeitsalltag eingebaut werden können.

 

Betriebliche Gesundheitsförderung: Eine moderne Unternehmensstrategie

Insbesondere in großen Firmen gibt es mobile Trainingsstationen mit medizinischen Sportgeräten, häufig zum Aufbau der Rückenmuskulatur, oder höhenverstellbare Schreibtische, die es ermöglichen, im Stehen zu arbeiten. Auch so genannte 'Personal Coaches' bieten die Unternehmen an, die individuelle und termingerechte Bewegungsprogramme entwickeln. Ein häufig von kleineren Betrieben angewandtes Fitnessangebot besteht in mischfinanzierten Fitnessstudio-Besuchen. Die Beschäftigten zahlen hier einen Eigenanteil, um eine gewisse Wertschätzung und Disziplin zu erhalten. Den Rest übernimmt das Unternehmen. Ein weiteres innovatives Konzept beinhaltet finanzielle Anreize für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Beispielsweise kann eine gewisse Stundenzahl Sport pro Woche als Arbeitszeit angerechnet werden. Nach geleistetem Soll gibt's dann ein 'Pünktchen'. Und 52 Punkte bringen am Ende des Jahres zusätzliches Geld für die Angestellten. Außerdem werden häufig Fortbildungen und andere Veranstaltungen angeboten, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die eigene Gesundheit sensibilisieren sollen.

 

Der Nutzen: Gesundheit trägt zur Zukunftsfähigkeit bei

Die Investitionen der Unternehmen zeigen Wirkung: Die Krankenstände sinken zum Teil deutlich (von 11% auf 2%), die Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steigt nachweislich. Dies wirkt sich auf Qualität und Umsatz aus. Durchschnittlich liegt die Rendite der investierten Güter bei 300 Prozent.

 

Somit ergibt sich letztendlich eine Win-Win-Situation: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können auf günstige Art und Weise Krankheiten vorbeugen und ihr Wohlbefinden steigern. Die Unternehmen können ihre Kosten senken und zusätzliche Gewinne erzielen. Letzteres gilt gerade für Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen. Es überrascht daher nicht, dass alle DAX-Unternehmen in Präventionsmaßnahmen investieren.

 

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 2009

 
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